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Riva del Garda 09.07.11-16.07.11

Allgemeine Fotos

09.07. – Anreise

Man war das ein krasser Trip. Gegen 02:00 Uhr ging’s auf in Richtung Italien. Mit genügend Bifi-Roll, Palettenweise Red-Bull und den vier Bikes fest auf der Ladefläche verankert, schlängelte Simon uns im Ford Transit über die Autobahnen in den Süden. Die fehlende Beinfreiheit waren Sascha und Andreas ja eigentlich von diversen anderen Trips gewohnt, aber DAS war echt eine Zumutung. Naja man ist ja jung und nimmt’s halt irgendwie so hin. Dafür hatta Klima, und das war im Nachhinein ein Segen… Danke Anka!
Die Fahrt plätscherte mit vielen Dummgelaber so vor sich hin, wurde wenn überhaupt nur fürs Tanken oder ein/zwei Extra-Long-Chili-Cheese (um 08:00 Uhr) unterbrochen, bis wir irgendwann die österreichische Grenze erreicht hatten. Endlisch Berge sagten wir uns, und die Vorfreude stieg stetig. Bis wir ca. 1,5 Std später auch die italienische Grenze erreichten. Gefühlte 3m später: Stau. Gefühlte 100km später: immer noch Stau. Wenigstens hatta Klima, denn draußen herrschten um die 35°C.
Bald erreichten wir dann endlich unseren Zielort Riva del Garda. Nun konnte es ja nichtmehr so weit sein. Das Hotel lag jedoch ziemlich weit oberhalb, und der Weg dorthin war hart. Andreas kam heftig ins Schwitzen, aber nicht wegen dem Wetter. Die Straßen wurden enger, die Kurven kleiner und das Auto irgendwie immer größer.

Geschafft! Nun noch alles ins Hotelzimmer wuchten, die Bikes schon mal Ausflugsfertig machen, Badebuchsen an und ab in den Pool.
Man war das geil hier. Die Anlage, die Zimmer, der Ausblick – kaum noch zu toppen. Aber das Abendessen setzte noch einen drauf. Das 3-gänge Menü war ein Festschmaus und wir waren einfach nur noch glücklich!!

10.07. – Italienisch: Malga Grassi – Spanisch: La Tortura – Deutsch: oh Fuck

Unsere erste gebuchte Tour. So schwer kann das ja hier nicht sein. Wir waren ja schließlich auch schon mal in Willingen!
Aber das Treffen der anderen Teilnehmer im Tal versprach nichts Gutes. Irgendwie sehen die alle fitter aus als wir. Wie oft wir anschließend „Wir werden sterben“ gesagt haben, weiß ich nicht mehr. Aber es war oft!
Gemütlich cruisten wir jedoch hinter unserem Guide durch Riva, machten die ersten 50 von 1050 Höhenmeter und waren dann doch guter Dinge durchzuhalten. Noch! Denn nach dem ersten richtigen Anstieg ging uns bereits mächtig die Puste aus. Aber wir waren immerhin schon 70m höher als beim Start!
Dennoch, auch hier noch Optimismus: „Der will bestimmt nur mal antesten wie fit wir so sind, gleich wird’s besser“.
Am Arsch! Nichts änderte sich. Der eine Weg war steiler als der Andere, und nach 2km Aufstieg ging dem Ersten bereits das Wasser aus. Aufgabegedanken machten sich breit, denn noch war das Hotel nämlich in Sichtweite.
Aber Wouter, unser Lycra-Holländer (um die 50 und so fit wie wir 3 zusammen), stellte sich als Multilingualer Motivator heraus und wir schafften es tatsächlich bis zur ersten Bergquelle.
Zwischenstand – Distanz: 3km von 25km, Höhenmeter: 200m von 1050m. Ohh Fuck…

Die restlichen 12km Bergauf liefen übrigens ziemlich genauso ab wie die davor.
Mit 5 – 6 km/h kämpften wir uns Meter für Meter von einer Bergquelle zur nächsten die Berge hinauf, bis wir 3 Std. später eine Alm (und damit unser Ziel) erreichten.
Man, waren wir froh durchgehalten zu haben, wenn auch am Ende aller Kräfte! Der Giro de Italia war ein Witz gegen das, was wir geschafft haben. Na gut, einige Passagen waren sogar Teil der Rennstecke – wir geben es ja zu. Aber bestimmt war es da nicht so warm!

Die Vorfreude auf den Abstieg und ne kalte Cola vertrieben aber schnell die Schmerzen. Der Abstieg musste jetzt einfach Spaß machen, denn auch das kannten wir ja bereits irgendwie aus Willingen! Schön smooth und schnell nen Berg runter, bisscken hüppen und so..
Dumm nur, dass schon direkt der erste Trail aus losem, groben Gestein bestand und schon die 5km/h vom Aufstieg schnell gewesen wären. Es dauerte nicht lange, da legte sich der erste ab, kurz darauf zwei weitere Teilnehmer. Also war mehr schieben oder tragen als fahren angesagt. Zum Glück ist nichts schlimmeres passiert!
Endlich, die Wege wurden schöner und besser zu befahren, wenn auch unserer Meinung nach etwas heftig für die angekündigten 2 von 5 Schwierigkeitsstufen.
Spass kam auf, bis sich ein weiterer Teilnehmer ablegte. Diesmal war es heftiger, sodass sogar die Bergrettung in Form von Quad und Motoguzzi anrücken musste. Während des restlichen Weges bis ins Tal war uns allen etwas mulmig und jeder wurde vorsichtiger.

11.07 -Torbole

Nach der Tortur des vergangen Tages hieß es heute Wunden lecken! Bei herrlichstem Wetter fuhren wir also ganz poserhaft die Promenade entlang bis zum Anleger in Torbole. Dann kurz ein Wagenrad von Pizza direkt am Wasser von Riva verdrückt und schnell noch nachgesehen wo denn die Ponale startet, die wir uns für morgen vorgenommen haben. Ab zum Lidl und den alltäglichen Wahnsinn im Sinne von 200 hm zum Hotel heruntergerissen. Ich hab die Kurven da hoch schon echt gefressen.

12.07 – Ponale

Die berühmte Ponale also… Man kann sich das so vorstellen. Eine 8 km lange ca. 2 m breite Schotter- (später Asphalt-) straße nur für Wanderer und MTBler die sich direkt am Seeufer ca. 500hm den Berg bis nach Pregasina mit stetiger 5-8% Steigung hochschlängelt. Punkt

Die Aussicht von eben dieser Straße ist phänomenal und rettet einen, das ein oder andere Mal in den Sack zu hauen und einfach wieder runter zu rollen. Na wir wollten sie ja komplett fahren, was aber leider von Waldarbeiten entlang der Strecke verhindert wurde. Also an der Schranke Sattel runter, Kameras an, Drahtesel gedreht und gib ihm… Die sich bietenden Panoramen und dazu ein wenig aufkommender Flow bereitete jedem von uns ein dickes Grinsen und man hatte einfach nur Spaß die vorher hart erkämpften Höhenmeter zu vernichten. Leider ist so was immer viiiel zu kurz geraten. Wir kamen direkt wieder in Riva raus und fuhren zum Lidl eben einkaufen… ich sag nur L.E.M.O.N *g*

Am Abend sind wir noch schnell nach Torbole zum Briefing mit Kerstin wg der Tremalzotour gerollt, haben ggü. vom Shop was gegessen und uns dann mit Saschas Schwester samt Anhang getroffen. Zwei leckere Germania 0,5l Bierdosen auf deren Hotelterrasse, mit super Blick auf den See, später mussten wir schon wieder los. Es wurde dunkel und wir hatten ja noch unsere persönliche Bergwertung vor uns…

13.07. – Tremalzo

Glaubt man dem Internet, dann muss man diese Tour einfach gefahren sein. Man kann also sagen, die Tremalzo-Tour ist wie der Käse auf ner Pizza. Nach einigem Zögern und dem Briefing mit Kerstin am Dienstagabend haben wir uns dann einfach mal dafür angemeldet. Ob das eine gute oder schlechte Idee war, war uns da noch nicht so klar…

Der Tag begann dann eigentlich ganz gut. Ausgiebiges Frühstücksbuffet, Anmeldung für die Tour an der Rezeption und mit guter Laune und 50 Sachen runter in Richtung Riva geheizt. Machte auch wirklich Laune. Dumm nur, wenn man nach 200 Höhenmetern merkt, dass die Anmeldungen noch im Hotelzimmer liegen… Andreas ist immer gut für so Aktionen. Also kurz hin und her überlegt und letzten Endes einfach mal zum Sammelpunkt gefahren. Unter Berücksichtigung der doch recht fortgeschrittenen Zeit ohne die Beachtung jeglicher Verkehrsregeln. Aber die Italiener sind da eigentlich ziemlich cool. Wenn einer hupt bisschen Winken, dann ists wieder gut. Hauptsache rechtzeitig da! Die Anmeldungen konnten wir dann nachreichen.
Bei der Ankunft dann Erleichterung pur. Die übrigen Tour-Teilnehmer entsprachen im Großen und Ganzen genau unserem Level. Besonders gefreut hat uns, dass unser holländischer Uphill-Spezialist Wouter von der Malga Grassi-Tour vom Sonntag wieder dabei war. Insgesamt war die Truppe wieder bunt gemischt, was für herrliche Dialoge gesorgt hat. So waren einige Downhill-Passagen „wie auf der Autobahn. Da hat man auch ständig einen Holländer mit nem Wohnwagen vor sich der den Verkehr aufhält“. Sorry Wouter, dafür bist du der Uphill-Gott ;).

Naja soviel zur Einleitung. Wie fing das Ganze also an?…

Der Shuttleservice:
Stellt man sich ja eigentlich ganz einfach vor. Man braucht einen Bus mit einem Fahrer in dem alle Tour-Teilnehmer hochgefahren werden – Check. Dann braucht man noch einen Anhänger auf den 17 Bikes passen – Check. Also 18 Tacken auf den Tisch und gemütlich den Berg hochkutschieren lassen – Denkste! Der Bus war eigentlich wie man sich einen kleinen Bus so vorstellt. Keine Überraschungen. Der Anhänger war auch wirklich gut durchdacht. Für unser Anhängerprojekt ne wirklich überlegenswerte Befestigungsmethode für die Bikes. Kurbel einfach in ein geschlitztes Quadratrohr schieben und fertig. Für Andreas sein Puderzuckerbike müssten wir da allerdings mit ein paar Wattebäuschchen ausbessern. Son Kratzer auf seiner Kurbel geht ja garnicht…
So technisch also alles bestens, kommen wir zum Fahrer. Der Fahrer war eigentlich eine 1,60m große Fahrerin. Grundsätzlich ja kein Problem, wollen hier auch keinen Krieg mit feministischen Frauenbewegungen anzetteln. Aber diese geballte Ladung italienischen Temperamentes erinnerte eher an Taz den tasmanischen Teufel. Nach dem kurzen Crashkurs über alle nur denkbaren italienischen Schimpfworte hat dann auch Niemand im Bus mehr irgendwelche dummen Fragen gestellt. Ihren Gemütszustand konnte man so auch auf Ihren Fahrstil übertragen. Sie hat sooft gehupt wie geflucht…
Irgendwie hatten sich so einige nicht angemeldet und ein stressbewältigendes Improvisationstalent war die Frau nun wirklich nicht. Jedenfalls meinte sie, dass sie noch nie so eine nervige Shuttlefahrt hatte :D.
Die Ankunft auf gut 1800 mNN nach dieser nervenzerreißenden Fahrt mit Taz war dann ein umso freudigerer Moment.

Die Tour:
Taz waren wir schon mal los. Also Rucksack auf den Rücken, Handschuhe an und Helm auf den Kopf… Aber Moment. Einer unserer Begleiter, den Namen kennen wir nicht mehr daher nennen wir ihn einfach den Russen (er war der Einzige), konnte jedoch kein Englisch, Italienisch oder sonst eine Sprache die vertreten war und hat daher auch die Teilnahmebestimmungen nicht verstanden, in denen eindeutig Helmpflicht aufgeführt war. Aber kannste ja auch nicht aufm Berg stehen lassen den Typ. Also kurz unterschreiben, dass er auf eigene Gefahr unterwegs ist usw. und ab gings.

Naja zunächst weniger ab, sondern erst noch 150 m rauf, aber danach… genial. Geile Strecke mit ordentlich Speed und kleinen Sprüngen. Links die Steilwand, rechts der Abgrund. Das Ganze schlängelte sich dann auf lockerem Schotter, durch Tunnel und bei zu krassem Gefälle über Betonplatten in drei Stunden bei traumhaftem Blick runter zum Lago di Ledro. Nach kurzer Stärkung nahmen wir dann die letzten rund 500 Höhenmeter zurück nach Riva in Angriff. Das Tempo nahm hier schon ordentlich zu, nachdem jeder seine Linie gefunden hatte und den Untergrund besser einschätzen konnte. Besonders unser kleiner polnischer Begleiter, wahrscheinlich um die zwölf Jahre alt, war ziemlich schmerzlos was Höhe und Geschwindigkeit anging. Gottseidank haben die V-Brakes gehalten.

Die letzten Kilometer über die alte Ponale-Straße, die dank des leichten Regens fast komplett frei war, waren dann der krönende Abschluss dieser wirklich gelungenen Tour. Einfach hinter Kerstin, unseren Guide, geklemmt und ihr voll und ganz vertraut, dass sie weiß, was sich hinter der nächsten Kurve verbirgt. Sie wusste es und daher ging es mit guten 35 Sachen über den schmalen und holprigen Wanderweg an der Kante des Gardasees entlang.

Für einige Lacher während und nach der Tour sorgte besonders Peter der polnische Vater, der mit einem Trekkingrad mit 63 mm Federgabel und Trennscheiben als Reifen gar nicht mal langsam den Downhill runterholperte. In Riva ist ihm dann ne Speiche gebrochen. War einfach kein Rad für die Stadt…

Abschließend kann man sagen, dass es einfach die bis dato genialste Tour war, die wir bisher gefahren sind. Vielen Dank an alle Tour-Teilnehmer und vor Allem an Kerstin von GardaMTB.

Mr 600pixel hat nur kackfotos gemacht, drum gibs hier die Bilder von Florian. Danke!

14.07. – Ruhetag

Lange schlafen, Poolspaß, FRX Poserfahrt in Riva, Alkohol und Top Gear :)

15.07. – POOOOOOONNNALLLEE

Nochmal zum Abschluss die Ponale gefahren und man kann sagen, dass das Trainingslager Riva del Garda den wahren Athleten, wenn man es denn schafft nen halbes Jahr täglich zu fahren, in uns hervorbringen könnte. Der Uphill war dann auch in Rekordzeit ohne Murren erledigt und oben in Pregasina angekommen gönnte man sich erstmal was kaltes zu trinken + Mittagessen. Es war wieder knackig warm und nach der Stärkung gings wieder runter richtung Riva.

Ich sag dann mal AUTSCH, denn mich hat ne handvoll Schotter böse vom Rad gerissen und mich ein wenig lediert. Muss ja sagen, dass mir die Schürfwunden ziemlich egal sind; aber mein Rad :((

Nach der ersten Verarztung von Dr. Verrieth und Schwester Lange und nem Plausch mit Wouter gings dann weiter runter. Aussicht war an diesem Tag wieder sensationell…. Hier könnte man echt leben und das zu seiner Hausrunde machen.

Die Räder wurden danach schon direkt in unserem Bulli für die Rückfahrt verstaut und später kam auch schon der Besuch, der mit uns im Hoteleigenen Restaurant essen wollte.

16.07. – Rückfahrt

Leider, Leider ist das Abenteuer Riva schon vorbei und wir mussten die Heimreise antreten :( Dank dem Navi haben wir jetzt auch die Zugspitze gesehen, denn statt über die Autobahn zu fahren schickte es uns 2,5 Std lang quer durch Österreich über Landstraße nach Deutschland. Wir waren nur genervt und waren froh gegen 21 Uhr die Haustür aufzuschließen.

One Comment

  1. Florian

    Sehr schön beschrieben die Tour. War ein super Tag und meine bis jetzt schönste Tour.

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