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London 30.12.09 – 02.01.10

Mal einmal nicht die Grillparty zum Jahreswechsel organisieren, mal einigen Leuten die Frage am 31.12. um 18:00 Uhr ersparen: Oh Fuck ey, heut ist ja Silvester, wo feiern wir denn?, mal nicht halb Gemen mit selbst gebastelten Sprengstoffburgen in die Luft sprengen…

Kurz gesagt: mal EINMAL mit Profis feiern – das war unser Ziel :)

Und los ging’s mit – dem Standart einer würdigen Kegeltour entsprechend – einer letzten, richtigen Mahlzeit bei Ivan! Gesagt, getan, fanden sich auch alle Mitreisenden gegen 20:00 Uhr im Massa Grill ein. Manche mit etwas mehr Gepäck (wer weiß auch welches Wetter da sein wird), andere hingegen nur mit „Kulturtäschchen“ (Welche sich übrigens als äußerst ausreichend erwiesen hat).

Auch letzte Befürchtungen waren erloschen, als Finch ohne Gitarrenkoffer durch die Tür kam.

Frisch gestärkt und mit ein paar frischen Schnitzeln in den Taschen ging’s weiter zum Bahnhof, wo wir um 21:30 Uhr den Zug nach Essen erwischen mussten. Dort noch „ein paar“ Bierchen in den Rucksäcken verstaut, fix auf dem Meckes-Parkplatz auf die Tour angestoßen (Kindheitsträume wurden wahr) und schon ging’s ab zu unserem Bus-Treffpunkt ins wunderschöne Essen.

Irgendwie müssen wir uns verraten haben, denn Christian, unser Reiseleiter, wies uns schon ein, als wir noch nichts ahnend vor der Bahnhofstoilette auf die letzten 70-cent-Pinkler warteten. Und so wurden wir als größte Gruppe mit 13 Leuten auf die letzten 3 Reihen hinten im Bus verfrachtet. Als dieser um 23:30 Uhr in Richtung Fähre aufbrach, wurde noch schnell ein leichtes Schnitzelaroma verteilt, damit das Revier markiert ist. Und während die Streber unter uns noch versuchten, Bücher über Rote Blutkörperchen (wtf) zu lesen, einige von uns die Lecks der Klimaanlage stopften, schlummerten die Ersten schon vor sich hin.

In Calais angekommen hieß es jedoch erst einmal warten, denn unser Busfahrer, der alte Heizer, schaffte die 450km in gut 5 Std. Somit blieb Zeit für einen letzten Toilettenbesuch oder Nachtspaziergang auf dem Festland, bevor die Fähre gegen 06:15 Uhr den Hafen von Calais verließ.

Eigentlich kennt man so was nur aus Filmen: 5m hohe Wellen, das Schiff schaukelt in alle Richtungen, alles droht über Board zu fliegen… In dieser Nacht wurde es (mehr oder weniger) Realität und die ersten Opfer waren schnell gefunden. Ich will hier nicht alle beim Namen nennen, aber unser Humba-Humba-Tätärä-Tomekk wurde auf einmal so ruhig.

Anschließend waren wir dennoch alle froh, wieder rollende Räder unter den Füßen zu spüren, und so ging die Hinfahrt auf Ihre letzte große Etappe von Dover bis London.

Dort eingetroffen startete das Programm direkt mit einer 3 stündigen Stadtrundfahrt, in der im Schnelldurchlauf alle nennenswerten Sehenswürdigkeiten Londons abgeklappert wurden.

Bei echtem, englischem Wetter erkundeten wir also die Stadt, und an Orten wie der Westminster Cathedral, dem BigBen mit seinem Parlamentspalast, dem London Eye, oder dem berühmten Piccadilly Circus knipsten und blitzten die Fotoapparate.

Dennoch machten sich langsam die fehlenden Stunden Schlaf bemerkbar, und die Rufe nach den erlösenden Hotelbetten wurden lauter. Doch das Einchecken im Ibis-Hotel entwickelte sich zum Chaos. Die überforderten Angestellten mussten versuchen, 3 Reisegruppen gleichzeitig in Ihren Zimmern unter zu bringen, und erst 1,5 Std. später und ein paar Runden Trivial Pursuit weiter, gelang es auch den letzten von uns, ihr Doppelzimmer zu beziehen.

Während sich ein Großteil der Schlafhungrigen direkt ins Bett verkroch, hatten 3 tapfere Recken noch eine Mission: Schal für Sascha.

Und so machten sich Simon und Bocke gemeinsam mit ihm auf den Weg zum nächsten Einkaufscenter. Doch diese Tour endete bereits nach wenigen Kilometern mitten in der Londoner Bronx. Verfolgt von böse guckenden Gangstern, retteten sie sich im Laufschritt ins nächst gelegene Meckes, um von dort aus den Weg zurück ins Hotel zu finden – ohne Schal natürlich.

Kurze Zeit später starteten wir dann gemeinsam in die Silvesternacht, und in Koop’s und Finchi’s Zimmer wurden Bierchen, Wodka-Flaschen und RedBull-Dosen geleert –sogar ein Schwarzer Tee fand hier seinen Einsatz. Naja, hauptsache et knallt nä!

Gegen 19:30 Uhr wurd’s langsam Zeit aufzubrechen. Die guten Plätze werden früh vergeben sein, und so machten wir uns auf in Richtung Londoner Underground (klingt schon cool, oder?), um so nah wie möglich mit der U-Bahn an das London Eye zu gelangen. Nach ein paar hundert Metern Fußmarsch konnten wir super Plätze ergattern und das Riesenrad leuchtete genau gegenüber, auf der anderen Seite der Themse, in allen Farben die die Palette hergibt.

Naja, die nächsten 4 Stunden kann man wohl am Besten in diese paar Worte fassen:

Warten, frieren, hüpfen, warten, tanzen, mitgröhlen, warten, Rotes Pferd singen, noch mehr frieren, noch mehr warten. Bis es dann endlich so weit war: begleitet von tausenden Gleichgesinnten, zählten wir die letzten 10 Sekunden des alten Jahres herunter, und ein beeindruckendes Feuerwerk startete zusammen mit den Glockenschlägen des BigBen ins neue Jahr.

Alles jubelte, war Happy und lag sich in den Armen. Die komplette Straße verwandelte sich in eine riesige Party. Gerade zu magisch fing es nach dem Feierwerk an zu schneien. Gehts besser?

Um 00:40 Uhr war dann genug gefeiert und gefroren, und wir machten uns auf in Richtung Hotel. Problem war, dass sich genau das auch alle anderen 80 Mio. Zuschauer dachten… Somit versank London im völligen Chaos – und wir Landeier mittendrin. Underground-Stationen waren entweder gesperrt oder die Menschen standen schon in Massen vor den Eingängen, Brücken wurden abgeriegelt, selbst die Polizisten auf Pferden hatten damit zu kämpfen, dass die ganzen Betrunkenen auf einmal alle so auf Pferde abfuhren.

Und überhaupt? Warum sind alle Betrunken, nur wir nicht?

Letztendlich brauchten wir ganze 3 Stunden für die 12 km bis zum Hotel (so gesehen wären wir also zu Fuß zumindest genauso schnell gewesen?!)… Aber die fertigen Gesichter in der U-Bahn waren legendär! Drogenabhängige bekommen so was nicht besser hin.

Gut, dass uns anschließend ganze 4-5 Std. Schlaf gegönnt wurden, denn das Gepäck sollte bereits um 09:30 Uhr im Bus verstaut sein. So ging es dann nach gefühlten 5 Minuten einnicken wieder raus in die Kälte. Nach der gemeinsamen Besichtigung des Buckingham Palace (dass die Leute von hinten auch alle gleich aussehen ey splittete sich die Truppe schnell in Laufgeile Volltouris und eher so die gemütlichen Kneipengammler. Letztendlich ging es nur darum, die folgenden 12 Std. möglichst sinnvoll totzuschlagen.

So besuchten z.B. Kerstin, Thomas, Galina und Niko das Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds, Christin und Matze erkundeten mit dem Langenscheidt bewaffnet die Docklands, Koop und Andreas drehten ihre Runde im London Eye und der Rest vergnügte sich bei Trivial Pursuit in diversen Kneipen (und der Typ hat doch keinen Eiswürfel geworfen!!)

Warten war aber mittlerweile zur Gewohnheit geworden, und so kam auch der Start der Lichterrundfahrt näher. Das bedeutete, dass wir all das, was wir bisher nur bei Tag gesehen haben, nun noch mal im Dunkeln abgefahren sind. Mit Licht und so. Schön.

Um Punkt 24 Uhr wurde der Bus dann mit denjenigen aufgefüllt, die nun wirklich jeden Winkel der Stadt zu Fuß erreicht haben mussten.

Operation Rückfahrt begann!

Der Busfahrer versuchte wohl, die Luft draußen zu heizen, anders kann ich mir die Kälte drinnen nicht erklären. Somit versuchte jeder die Köpertemperatur nach 2 Tagen Unterkühlung wieder auf über 30°C zu steigern. Hilfsmittel wie Schirme wurden benutzt, um die kalte (Ab-)Luft der Klimaanlage auf die Nachbarssitze umzuleiten. Aber irgendwann siegte die Müdigkeit, und alles Leid um einen herum war vergessen. Endlich eingeschlafen wurden wir auch direkt wieder geweckt (Déjà-vu), die Fährüberfahrt stand an.

Keiner hat’s offen zugegeben, aber der Eine oder Andere hatte sicherlich leichten Bammel davor. Aber alles halb so wild, zumindest die 6 auf Steuerbord bemerkten nicht mal mehr, dass die Fähre überhaupt losgefahren ist. Also muss sich entweder die Nordsee verdammt zurück gehalten haben, oder der Körper hat einfach nichts mehr realisiert. Sogar Tomekk kam wohlbehalten in den Bus zurück! Und das heißt anscheinend was…

Weitere 6 Stunden Busfahrt wurden einfach weg geschlafen, bis nur noch die Zugfahrt bis Borken vor uns Stand – womit diese einmalige Reise endete.

Fazit: Geile Tour, viel gesehen, viel gelaufen, viel gefroren! Aber Alles in Allem sind wir alle happy dabei gewesen zu sein.

Schade um Hoffy, der mit Karin leider leider nicht teilnehmen konnte.

Ps.: Grüße an Jack Bauer, wir wissen nun, was du täglich durchmachst!

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